Trennung, Tod und Teufel

 

Tin sitzt nachdenklich im Zimmer,

fragt sich, was ist eigentlich schlimmer:

wenn Tan stirbt oder wenn Tan sich trennt,

weil Tan da jemand Anderen ‚kennt’?

 

Es gibt Unterschiede und Parallelen,

doch in jedem Falle wird Tan fehlen.

Egal ob sterben oder trennen:

alles wird anders, was beide kennen.

 

Denn es wird dieses Zusammenleben,

wie es bisher war, nie wieder geben.

Tin wird gezwungen, sich alleine

mit allem auseinander zu setzen. Und hat keine

Hilfe von dem Partner zu erwarten.

Alles in allem: Schlechte Karten!

 

Beides ist schlimm – und keines ist besser.

Beides tut weh, als würde ein Messer

das Bauchgefühl, die Seele, das Herz,

zerschneiden, zerfetzen! Dieser tiefe Schmerz,

ist nicht einmal in den winzigen Mengen,

erträglich, die ins Bewusstsein drängen.

 

Doch eines ist anders und zu erwähnen,

denkt Tin mit zusammengebissenen Zähnen:

Wenn Tan sich trennt, muss ich zudem

lernen, mit Folgendem umzugehen:

ich bin nicht mehr die erste Wahl!

Ein anderer unsere Liebe stahl.

Das ist erniedrigend und tut weh.

Hau doch ab! Geh endlich! Geh!

 

Und jedes Mal, wenn Tin daran denkt,

die Gedanken auf die Trennung lenkt,

wird fast wie bei einem Rosendorn,

Schmerz freigesetzt und ganz viel Zorn…

 

Ob einer stirbt oder man sich entzweit -

nie ist man gegen den Schmerz gefeit!

  

© Sabine van de Sand, 2015-08-11